Weshalb suchen die Europäer ihr Heil in der Selbstvernichtung?

Es geht mit Europa rasanter dahin. Als vorstellbar.

Jürgen Fritz Blog

Von Jürgen Fritz

Die Islamisierung sei weit fortgeschritten und für weite Teile Europas nicht mehr umkehrbar, sagt der Politikwissenschaftler Michael Ley. Diese breche aber nicht einfach so über uns herein, wir lassen sie zu. Woher kommt die Sehnsucht nach Selbstvernichtung und was bedeutet das für die Zukunft Europas?

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Ist die Islamisierung Deutschlands und Österreichs noch aufzuhalten?

Die Islamisierung sei bereits viel weiter fortgeschritten als die meisten glauben, macht der Politikwissenschaftler und Soziologe Dr. habil. Michael Ley bei der Präsentation seines neuen Buches Die letzten Europäer – Das neue Europa auf Einladung der Freiheitlichen Akademie in Wien deutlich. Als Faustregel gelte: Wenn in einer Gesellschaft, in welcher die indigene Bevölkerung sich zahlenmäßig zurückentwickle, 10 Prozent Muslime seien, dann verdoppelten sich diese anteilig etwa alle 10 Jahre. Offiziell gäbe es in Österreich derzeit 8 Prozent Muslime, realistischer sei aber von 10 Prozent auszugehen. Dementsprechend werden es in 10 Jahren etwa 20 Prozent Muslime sein…

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Agonie und Politik

 

Am Podium einer Bankenveranstaltung fällt fast beiläufig das Thema Fachkräfte. „Wir könnten auf der Stelle 50 Leute einstellen, so gut sind die Auftragsbücher derzeit gefüllt. Aber wir bekommen niemanden“, so der Firmenchef. Assistiert vom Boss eines Faserherstellers nahe des Attersee. Der Konzern hat das gleiche Problem. Akzeptiert: Das Thema ist ja schon abgelutscht, seit Jahren, wenn nicht Jahrzehnten gibt es Initiativen, Kampagnen. Der Fachkräftemangel lockt niemand mehr hinter dem Ofen hervor.

Angeblich.

Doch da war doch was, es war ausgerechnet September 2015, einer der vielen traurigen Höhepunkte der Immigrationswelle: Wirtschaftskammerpäsident Christoph Leitl selbst habe ich noch sehr klar im Ohr – als wäre es gestern: Das sei DIE Chance für die Wirtschaft, die Betriebe, jetzt haben wir die Lösung. Und sie komme ganz von selbst ins Land. Die Arbeiter, die Fachkräfte.

Ganz im Tenor von SPD-Chef Martin Schulz’ Aussage: „Diese Menschen sind wertvoller als Gold“.

Zurück in die Gegenwart: 2017 nach dieser seltsamen Banken-Wirtschafts-Veranstaltung versuche ich, die Podiumsteilnehmer zu befragen. Um Ursachen zu ergründen. Ursachen für einen Irrtum, für eine dramatische Fehleinschätzung und vielleicht auch, um Lösungsansätze zu erfahren. Denn die bisherigen hatten ja offensichtlich keinen Erfolg gebracht. Oder?

Doch was passiert: Die Anfragen zu dem Thema werden von mir artig und klar dargelegt. Um ein kurzes Gespräch wird gebeten. Ein Industrieofenhersteller reagiert anfänglich freundlich, beim Nachfassen schon total unverbindlich, ausweichend, mauernd. Mir wird klar, daraus wird kein Interview.

Der zweite Schauplatz, ein Faserhersteller: Aus der ebenfalls – so glaube ich von mir professionell vorgetragenen Frage – wird ein Verhör meiner Person. Warum? Wozu? Was glauben’s denn? Und die Stimme der PR-Dame im Konzern wird schriller.

Pressearbeit im Jahr 2017 angesichts einer im Grunde mehr als harmlos erscheinenden Anfrage: Mittelalterlich, mauernd. Kein Ergebnis. Oder doch?

Noch etwas sei hinzugefügt: Ein Verein, der vorgibt, für die Interessen der Industrie einzutreten, den versuchte ich auch zu befragen. Hier wiederholt sich das traurige Schauspiel. Nachdem ich mich nicht mit dem Hinweis „Schreiben’s ein Mail“ abwimmeln lasse, dringe ich doch zum Herrn Direktor durch. Ahnte noch nicht, dass man hierorts wenig Freude mit Fragen hat. Das sei doch ein Dauerthema tönt es von oben herab: Alles dazu sei gesagt.

Verstehe nun: Man hat sich in der Politik und in der Wirtschaft inzwischen an das Nicht-Lösen von Problemen gewöhnt. Daran gewöhnt, das Fachkräftethema kraftlos mitzuschleppen, weiterhin ab und zu eine Kampagne zu machen, die eigenen Nerven beruhigen. Ach, die Fehleinschätzung der Wirtschaft, der Politik und vieler Medien vom Mainstream: Sei es drum.

Irgendwie ist das Erlebte ein Beispiel für Nicht-Lösungs-orientiertes Vorgehen in Unternehmen, Körperschaften, in der Politik heute generell.

Und für „Fachkräfte“ könnte man hier jetzt eine ganze Reihe an Themen einsetzen. Themen, bei denen nichts weitergeht. Aber satte Gagen werden durchaus gern kassiert. Ämter werden ausgefüllt, mehr recht als schlecht verwaltet.

Agonie könnte man den Zustand nennen. Aber es ist eine Stufe schlimmer: Selbstgerechte „Entscheider“ bereichern sich auf Kosten der Allgemeinheit, statt für Lösungen und insgesamt für eine anständige Politik zu sorgen. Mit Weitsicht. Womöglich.

Text: Georg Michael Hofbauer

Nach Bataclan

Diesen Artikel habe ich am 23.02.2016 unter dem Titel „Hundert Tage nach Bataclan“ auf der Plattform Fisch+Fleisch veröffentlicht. Der Vollständigkeit nun auch hier….

 

Bataclan, ba ta clan. Übersetzt: Krempel, alles, was noch so dazugehört. Aber ein Synonym für Trauer seit jenem 13. November 2015. In Paris. Und weit darüber hinaus. Auch mit dem Ende könnte ich jenen Bericht über meinen Bataclan-Augenschein knapp 100 Tage nach dem Attentat beginnen: Mit dem Ende in Jacques Offenbachs gleichnamiger Operette, nach dem das Pariser Kulturzentrum im elften Arrondissement benannt ist, hier besteigen zum Schluss die drei Hauptpersonen ein Schiff nach Hause. Nach Frankreich.

Aber, so sehr ich versuche, das Werden und meinen Zugang zu dieser Bilder-Geschichte zu verbergen, er drängt sich in den Vordergrund.

Was mache ich hier, bin ich Sensations-Tourist? Habe ich einen Rückfall in meine alten Zeiten als Lokal-Reporter? Unglück-Schauen, wie es mein sehr geschätzter Lehrmeister und Chefredakteur spöttisch/sarkastisch immer nannte. Ein Ringen von vielen Tagen. Ich/man wird es erst wissen, wenn man dem Drang, an den Schauplatz des Schauderns zu fahren, nachgegeben hat.

Selten ein Ort, der so anziehend ist, weil er dermaßen die jüngste, leider sehr blutige, Geschichte Europas erzählt. Was kann man dort sehen, was wird einen erwarten, an diesem sonnig-kaltwindigen Sonntagvormittag im noch etwas verschlafenen Paris? Das sind die Fragen, die mitreisen, die einen sehr gut quälen und damit ein sehr brauchbarer Filter sind. Ein Filter für die Annäherung an den Boulevard Voltaire. Um zu wissen, warum man etwas tut. Und nicht zur gleichen Zeit einfach nur in einem Cafè die Journale durchblättert, ein Museum oder das noch unbeschädigte Paris erkundet.

Ich wollte DAS, und ich weiss auch, wer an diesem Sonntag-Vormittag mindestens eine Stunde an dem Schauplatz Bataclan verbrachte. Es ist, es war der Flaneur in mir. Jener, der das krasse Gegenteil zum früheren Reporter darstellt, wobei natürlich die Grenzen immer fließend sind. Und eins ohne das Andere nicht existieren könnte.

In aller Konsequenz erlebt und den Schauplatz gespürt zu haben ist einfach komplett etwas Anderes (man verzeihe mir den beinah banalen Einschub), als erlitten, selbst erschaudert, selbst ge-/betroffen zu sein. Allein von den Eindrücken, die 100 Tage nach dem Angriff an diesem sonnigen Sonntag noch dominieren. Ich verknüpfe die Bilder aus den Medien mit den echten Bildern vor meinen Augen, sie passen zusammen. Ehrfurchtsvoll fotografiere ich die von der Polizei markierten Einschusslöcher in der Seitengasse, in der Passage Saint-Pierre Amelot. Ein Film läuft ab. Leider keine Operette.

Ein Film über jenen Abend, über die vielen Opfer, die an an einer riesigen Gedenkstätte sichtbar sind. Mit den Tränen der Angehörigen geschrieben, mit den Fotos der Getöteten versehen. Rund 130 Opfermahnmale mit den Rosen der vielen Angehörigen und den Kerzen der Freunde versehen. Auch den Gedanken, vor allem den Gedanken.

Selten so ein Beben bei diesem vor dem inneren Auge ablaufenden Film verspürt und bei der Andacht an das Geschehene. Ich bin hier nicht allein. Kaum einer der Menschen schafft es, an dem mit Absperrungen versehenen Bataclan, einfach nur vorbeizueilen. Die Gesichter, in die ich blicke, sind von der Andacht und der Betroffenheit gezeichnet, die 100 Tage nach der Attacke am Boulevard Voltaire präsent sind.

Schauplatzwechsel an den Place de la République, wo ich glaube, endlich dem 13. November zu entkommen zu sein. Keineswegs: Hier ist die noch viel opulentere Gedenkstätte zu spüren. Auch stehen hier Passanten mit einem Schild mit der Aufschrift „Meditez avec nous 1 minute pour la paix“. Es möge helfen, es sollten mehr Menschen mitmeditieren. Denke ich.

#Parisattack #Terror #Islamismus #Europa #Migration #IS #Bataclan

Irren und Glauben

Sie nehmen uns bei der Hand, sie klären uns auf. Wir werden betreut. Betreutes Lesen, betreutes Fernsehen, ja und im Netz wird durchforstet. Die umstrittene ARTE-Anitsemitismus-Doku wurde mit Untertiteln versehen. Bei Allem, was nicht ganz koscher schien. In den Augen der Auftraggeber.

Nichts soll hier nach Zensur riechen, nein, die Aufklärer sind die Guten, die Weisen, die uns auf den Weg zurückbringen wollen. Und die Medien machen mit, sie machen Kampagnen gegen sogenannte Fakenews, erklären uns, wo wir angeblich gesicherte Daten und Informationen finden (können). Und sie kommen „überraschend“ zum Schluß: Natürlich bei ihnen, den angeblichen eingesessenen Qualitätsmedien. Jenen, denen die Leser, die Auflagen und die Umsätze wegbrechen. Und damit ihr Quasi-Monopol. Bei ARD/ZDF/ORF noch dazu zwangsfinanziert.

Da fiel mir auf, einer der Qualitäts-Chefredakteure hat auch den IRRGLAUBEN im Visier. Er warnt davor. Also muss er wissen, was er meint. Ich las weiter, in der Hoffnung, er würde es mir endlich erklären, was denn Irrglaube in Reinkultur sei.

Ich wurde enttäuscht, es wurde nur angeprangert und gewarnt „dem Irrglauben anheim zu fallen“. Das Wort hat es in sich: Es wird oft benützt im religiösen Sinne, um „Abweichler“ zu denunzieren. Ja so gefährlich kann es sein, wenn man eine Kampagne reitet „für das Gute“. Aus der Sicht des selbsternannten Qualitäts-Journalismus.

Irritierend: Denn sonst kann es doch gar nicht bunt genug sein, doch bei den Meinungen und vor allem den Meinungsbildnern – heute schick: Influencer – da sollen wir ganz auf Mainstream vertrauen.

Vielfalt wird verachtet. Geächtet.

Wir sollen ausgerechnet jenen vertrauen, die mit Fakten derart sorglos umgehen, je nach Ereignis weglassen, oder schnell jemanden für blitzradikalisiert und/oder verwirrt erklären. Oder aber sie machen ihren Job gar nicht mehr. Nur noch Offizielles verkünden. Am besten erst dann, wenn die Straftat vor Gericht abgehandelt wird. Weil davor – so die Logik überspitzt – kann man ja noch nicht mit Sicherheit von irgendwas ausgehen. Oder Zusammenhänge herstellen.

So sieht es aus mit dem Mainstream, mit den Altmedien, die um ihre Daseinsberechtigung kämpfen. Mit allen Mitteln und in Kooperation mit dem Staat, in Deutschland, in Österreich. Um ein Reinheitsgebot der Sprache, der Gedanken und der veröffentlichten Gedanken durchzusetzen. Alles natürlich im Sinne der Guten, der Moral. Zensur: Nein, natürlich nicht, aber bitte auch keine Frechheiten. Meinungsmacherin Anja Reschke vom ARD hat ja im Zusammenhang mit der Veröffentlichung der ARTE-Doku über Antisemitismus den sogenannten Vogel abgeschossen. Sie fand kein rechtliches Argument gegen die ARTE-Doku-Vor-Veröffentlichung von BILD, es sei einfach frech. Zu frech. Ihr empörtes Gesicht dazu kann sich jeder auf youtube ansehen. Oder auch bei der absolut nach hinten losgegangenen „Sagsmirinsgesicht“ Aktion. Demaskierend. Ein eigenenes Aufsatz-Thema…

Ich gestehe jetzt endlich: Ich halte es eher mit dem Irrglauben, mit dem Abweichen, mit dem Zweifeln an Vielem und vor allem an jeder Kampagne, vor allem einer, die sich selbst das Gütesiegel „Wir sind die Guten“ umhängt. Wer solcher Propaganda Glauben schenkt, der darf sich den Begriff „Mitläufertum“ genauer ansehen. Und wohin das geführt hat. Vor gut siebzig Jahren.

#Zensur #Nohate #Mitläufer #Rechts #Links #ARTE #ZDF #ORF #ARD #Fakenews #Antisemitismus #Hetzwerk #Respekt

Über das automobile Match: Great Britain gegen Deutschland

#Morgan #Automobil #Technik #Oldtimer #Motor #Sammeln

Also ich bin ja fürs Wegwerfen. Das kann was, bringt Platz für Neues. Das sei erstmal so hingeworfen als Appetizer für die Story…

Mein derzeitiger Arbeitsplatz liegt in einem Hotel nahe einer Rennstrecke, ich sag nur SPA, legendäre Erinnerungen. Ich bin hier zu Gast bei den Six Hours Classic, einer Challenge für historische Rennfahrzeuge. Und hier kommt der Autor nach den ersten lautstarken Eindrücken ins Grübeln, beinah’ ins Zweifeln.

Vor allem dann, wenn er die vielen Morgans sieht. Ein mit Gerti Beiganz vereinbarter Artikel über die deutsche Art der Fortbewegung, gegenübergestellt mit der britischen. Er ist so gut wie fertig, die Zeit für die Abgabe ist noch fern. Jedoch, ich bin nicht glücklich mit meinem Text.

Deshalb das Wegwerfertum, das mich heute reitet.

Und wo kann man besser über das automobilie Match Deutschland gegen Great Britian nachdenken als auf neutralem Boden, in Belgien. Quasi inmitten des Auspuffgedröhnes von SPA, Francorchamps.

Erst jetzt, nach dem ordentlichen, fast schon maßlosen Eintauchen in diese Szenerie, habe ich die richtige Einstellung zur Materie und endlich genug verwegene Briten beim nächtlichen Gasgeben bewundert. Natürlich auch beim Feiern und Frühstücken.

Mein bisher eher enger Gesichtskreis weitet sich dank der vielen Geschehnisse.

Im Fahrerlager steht nahezu vor jeder Rennbox ein Morgan. Für die kurzen profanen Wege rund um das Oval. Oder natürlich als Renngerät. Die Briten haben insgesamt die Veranstaltung fest in ihrer Hand.

Die Nähe zur Insel, der doch etwas in den Hintergrund gerückte Stuttgarter Zugang zur Technik sind der Nährboden. Jener Boden, auf dem das Ideenmatch neu ausgetragen werden kann.

Vorbehaltlos.

Ein etwas langer Prolog, werden viele Leser jetzt meinen, ein überlanges Warm Up. Was will er uns denn wirklich sagen, mit den vielen Zeilen?

Ja, das ist eben so eine Sache: Leicht will ich’s den lieben Lesern und auch mir selbst nicht machen.

Nicht umsonst finde ich mich Wochen nach meinem „Spa-Urlaub“ in meiner Garage wieder und durchsuche viele Schachteln mit verblichenen Erinnerungsfotos. Nicht, weil mir gerade langweilige wäre: Ein Blick in die Umgebung sagt mir, hier kann nie Langeweile ausbrechen. Nein, weil ich ein bestimmtes Motiv suche, eins mit dem ich diese kleine Story hier bebildern könnte.

Ein Bild, das meinen Zustand in den späten achtziger Jahren und meinen Zugang zu britischem Blech, sehr treffend beschreiben kann.

Und jetzt, nach Stunden des Suchens und Findens von allen möglichen Erinnerungen, meist automobilen Zuschnitts, habe ich das gute Bild in Händen und halte damit auch den Schlüssel, um diesen Text hier für alle Beteiligten doch noch zu einem guten Ende bringen zu können…

Das Bild, hier aus meiner Erinnerung, noch vor dem Foto-Fund beschrieben: Ein MG B GT mit feinem Faltschiebedach, die Front fehlt nahezu, im Hintergrund ein trauriger Austin Seven, eher nur ein Skelett.

In der Luft liegt feiner Ölduft. Feinstäube vom vielen Flexen dürften auch dabei sein.

Durch die heimelige Wellblech-Oldtimer-Oase rinnt nach heftigem Regen ein kleines Bächlein. Ein paar Meter von dieser Szene entfernt: Ein Porsche 356 A Coupe.  Verstaubt, gerade eher störrisch, kurzum etwas vernachlässigt und nicht so wirklich im Fokus seines Besitzers.

Eine herzhafte Männer-Runde trifft sich jeden Abend in diesem Ambiente und widmet sich: Richtig, dem nahezu völlig zerstörten MG. Meiner Neuanschaffung.

Die Front des verzogenen MG gilt es zu rekonstruieren, so lautet die Aufgabe für die beherzten Schrauber. Ein Jahr lang, mindestens. Zum Glück sind zwei aus dem Team „totale“ MG-Auskenner und helfen dem Besitzer tatkräftig aus der Patsche. Immerhin hatten sie den (nur eher kurz so richtig stolzen) MG Eigner auch in die Gasse hineingeritten. Sie hatten in der Euphorie einen gewaltigen Unfallschaden übersehen. Mein Job nun: Schweißpunkte der Längsträger aufbohren. Wochenlang. Die Spuren dieses Tuns blieben in meinem sonstigen Privatleben nicht ohne Folgen, aber wir wollen uns ja einem automobilen Thema  widmen.

Genug beschrieben, jetzt wird geschlussfolgert. Sprich, die Conclusio bahnt sich an. Endlich.

Der MG fand seinen Weg auf die Strasse, ich machte so meine Erfahrungen mit der blattgefederten Starrachse, mit dem sehr fein zu schaltenden Getriebe, dem störrischen Overdrive, mit dem heißen Mitteltunnel als stetige Wärmequelle. Ja, so etwas kannte er bisher noch nicht. Einer, der bisher nur Heckmotor und Einzelradaufhängung als einzige Möglichkeit der Autokonstruktion akzeptieren wollte, der war dann durchaus konsequent bei der Beurteilung der Fahreigenschaften, eines Autos, das die Briten selbst im Jahre 1973 noch mit antiker Kutschen-Achstechnik ausgeliefert hatten.

So bockte mein MG auf meiner persönlichen Teststrecke am Triebener Tauern weiter über den Neumarkter Sattel ganz ordentlich: Eine beherzt gefahrene langgezogene Kurve samt Bodenwelle quitierte er mit einem Bocksprung, ausgehend von der  Hinterhand. Das Auto versetzte es um gut einen Meter. Richtung  Gegenverkehr, Schrecksekunde inklusive.

Die gleiche Übung mit meinem zunehmend verstaubenden 356er aus dem Jahr 1958: Dank fein eingestellter Pendelachse und Monroe-Fahrwerk reagierte er auch entsprechende Kurven oder Bodenwellen mit stoischer Gelassenheit.

Die Anschaffung eines Familienautos nach einigen Jahren des MG-Schraubens war der Anlass für  einen Kahlschlag in meinem bescheidenen Wagenpark: Der B GT musste weichen, aber auch ein 1303 Käfer Cabrio.

Also ausgeglichen. Und doch wieder nicht: Der 356er blieb. Bis heute ganze 32 Jahre lang in meinem Stall.

Das heftige Eintauchen in die britische Technik blieb jedoch nicht ohne Folgen. Und Entzugserscheinungen machen sich bemerkbar. Immer häufiger träume ich von Reisen quer durch das vereinigte Königreich, das ich zu selten besuchte in den vergangenen Jahrzehnten.

Belgien und SPA waren eine Wiederannäherung.  Vielleicht darf ich das nächste Mal mit einem der vielen britischen Renntransporter mitfahren. Hinüber auf die Insel. Um auf der  ganzen Strecke über die Unterschiede zwischen den beiden Welten zu palavern.

Das wäre dann eine wirklich gut recherchierte Geschichte…

 

Bildtext Garage. Chaos in mildem Schwarzweiß. Der Einblick in die britische Autowelt wurde hart erarbeitet.

Bildtext gmh. Offene Klappe und Kamera in der Hand: Der Autor dieser Geschichte. Man beachte einen, jedoch nicht meinen MG B im Hintergrund.

Bildtext Morgan. Bei den Six Hours in Spa im Einsatz: Morgan Plus 4 SLR, aus dem Jahr 1963, pilotiert von Keith Ahlers.

 

� Georg Michael Hofbauer, Autor, Journalist, Öffentlichkeitsarbeiter, Schrauber, Jahrgang 1957, lebt und arbeitet in der Nähe von Linz, www.gmh.at, http://www.facebook.com/alpengluehn356

Wenn die Ardennen brennen: SPA SIX HOURS (CLASSIC)

Da war was los in Francorchamps dieses Weekend. Belgique, Belgique von seiner düsteren Seite.

Der Text ist schon fertig, ihr dürft schon anfangen „mit Fürchten“.

Jedoch die Verlagsleitung gibt ihn noch nicht frei… Wir machen inzwischen Musik.

Musik aus: Das mit der Verlagsleitung war gar nicht das Problem, aber die Zensurbehörde, die wollte diesen Unfug-Artkel nicht auf die Menschheit loslassen. Es wäre eine weise Entscheidung gewesen, aber auch Zensurbehörden schlampen immer öfter…

Und nun zum eigentlichen Artikel, wirklich…. 😉

SPA SIX HOURS (CLASSIC)

Wenn die Ardennen brennen – Über Stimmungsschwankungen auf der angeblich schönsten Rennstrecke der Welt

Francorchamps 18.09.2016. Es gibt diese Farben in Rennfahrerfilmen. Man glaubt, das sei alles so ein wenig hingepinselt. Machen wir halt auf 60er oder 70er Jahre, dann fühlt sich jeder wie ein kleiner Steve Mc Queen. Auch die Fotografen hatte ich im Verdacht, ich der Zweifler, sie würden spezielle alte längst verfallene Kodakfilme einlegen oder eine besondere Einstellung zu Photoshop haben. Eine, die mir eben nicht zur Verfügung steht.

Tausende, Abertausende Renn-Fotos habe ich die letzten 70 Jahre geschossen, alle hatten irgendwie was Banales. Erst mit viel Mühe war da mehr herauszukitzeln. Auch bei jenen vom Schottergruben-Rennen in Löffelbach bei Hartberg. Für mich sowieso ein magischer Ort. Ein sehr magischer und mit meinen ersten Rennversuchen absolut verstickt. Ein anderes Kapitel. Gehört nicht hierher.

Genau, so schnell geht’s. Verloren, verstrickt im Gebüsch der Erinnerungen.

Doch dieser Sonntag im belgischen Circuit Francorchamps, manche sagen schlicht Spa dazu, der hat mir vorgeführt: Es ist kein Color-Trick, keine Speziallinse. Vielmehr es ist die Spa-Stimmung. Vielleicht auch lediglich die SPA-nnung, die in der Luft liegt….

Für alle, die sich nach diesem textlichen Ausritt ein „wenig mehr Pointe“ erwartet hätten jetzt ganz lapidar: Mir gelang es endlich und völlig unbeabsichtigt, mit meiner normalen Nicon Spiegelreflexkamera dieses Licht, diese Stimmung aus den 60ern einzufangen.

Und wiedergegeben.

Eigentlich ein völlig unwichtiges Ereignis.

Schlussfolgerung: Sie ist hier in der belgischen Hügellandschaft, in den Ardennen vorhanden. Liegt da einfach herum. Sie, diese unvergleichliche Colorierung, die von der ganzen Welt zwischen Löffelbach und Niederöblarn nachzumachen versucht wird.

Schon am Renn-Morgen roch es für mich, den Hobbyfotografen mit einer gewissen Neigung zu alten Gegenständen irgendwie nach dieser pastelligen Stimmung. Eine viel zu lange Phase an wunderschönen Tagen war gerade zu Ende gegangen, die mächtige Hitze des diesmal sehr ordentlichen September war gebrochen.

Nebelschwaden über einer etwas lethargische-belgischen Landschaft, gewürzt von feinstem Nieselregen. Also, es lag jene gute Mischung in der Luf, die für die richtige Kolorierung sorgt. Ja genau, das wird die Erklärung sein: Das herbstliche Klima der Ardennen, der leichte Benzindunst in der Luft. Erzeugt von Autos aus jenen Epochen. Und schon breitet sich die unvergleichliche Grand-Prix oder LeMans-Stimmung vor uns aus.

Man muss es ja nur wissen…

Da heißt es immer, Lesen mache schlauer, ich selbst bin soeben beim Schreiben dieses garantiert lückenhaften Berichtes über die SPA SIX HOURS (CLASSIC) am Ring deutlich schlauer geworden und einem weltweiten Phänomen auf die Schliche gekommen. Pulitzer, wo bist du, sorry, wo sind Sie?

Besuchern dieser berüchtigten Seite Alpenglühen sei spätestens JETZT dringend der Disclaimer, Beipacktext, zur Lektüre empfohlen. Vor allem bei derartigen Anfällen des Kameramannes, der sich gerade an der Tastatur vergreift und bisweilen im anderen Metier pfuscht.

Verständnis für Ironie und eine gewisse Gelassenheit ermöglichen es dem Leser, diese, meine Pamphlete, die ohne jeden Bezug und Anlass zur Realität oder gar wichtigen Dingen, zu ertragen.

Danke für das Stichwort Anlass: Das mit dem Licht, mit der Stimmung scheint geklärt zu sein. Jetzt können wir uns den Stimmungen und Stimmungsbildern samt Stimmungsschwankungen der Protagonisten widmen.

Ja, richtig erkannt, ich texte gerne Unfug, Groteskes. Die Krankheit schreitet wohl voran…

Also, es wurde genug zerstört und abgeschleppt an diesem Rennwochenende in Spa: Genauso, wie Rennboliden mit Historie in Millionen-, eher Milliardenhöhe angekarrt wurden, so machten sich Piloten und Pilotinnen (hier wird gegendert – ihr werdet gleich wissen warum…) daran, aufs Ganze zu gehen. Einerseits im Erreichen von Bestzeiten andererseits im Verbiegen von Blechteilen, Devastieren ganzer Seitenwände. Ohje, wenn ich an die zerfetzte rechte Seite eines sündhaft teuren Ford GT 40 (original!) denke. An die Ausflüge in die Richtung diverser Maulwurfhügel mit edelstem Formel- Blech aus den 50ern aufwärts.

Und wenn ich so denk an die fesche dunkelhaarige Pilotin, die in der nahezu haarnadeligen Kurve „La Source“ ihr Renn-Gerät unfreiwillig abstellte.

Nicht ganz unlädiert. Das Auto.

Wie sie das Auto betrachtete, sich durch das Haar fuhr und sichtlich nach einer Erklärung suchte. Für das Geschehene. Im Stande war sie nicht mehr für diese Analyse, vielmehr musste sie sich in ihrem schicken blitzsauberen Rennanzug an den Randstein setzen, wo ihr eine Reihe an weisen und verständnisvollen Herren selbstlos bei der Aufarbeitung des Geschehenen lauschten.

Oder zumindest gaben es zumindest vor.

Was das Bild mit Dame sympathisch macht: Sie lief nicht heulend, schimpfend davon, sie lieferte sich den Blicken des Publikums aus und verließ ihr nicht mehr fahrbereites Gefährt auch nicht in dieser schweren Stunde.

Erinnert irgendwie an die Beziehung zwischen Pferd und Reiter, beispielsweise auf Schlachtfeldern. Früher.

Ja, was wurde noch zerstört? Fronthauben „en masse“, Getriebe und auch manches Team wird in Zukunft anders aussehen. So verglühte beispielsweise die vierjährige Rennkarriere eines Österreichers, nicht nur, weil sein Motor zu wenig Leistung hatte, vor allem deshalb, weil zu wenig Rennrunden im Vergleich zum Aufwand herausgeschaut hatten. Aus, vorbei, sagt der zukünftige Ex-Hobby-Rennfahrer. „Es war eine schöne Zeit, aber so etwas tu ich mir sicher nicht mehr an.“

Düster, düster mag jetzt der Eindruck von Spa sein, der Autor schreibt nur von den Dingen, die in Brüche gingen. Ich würde sagen jeder Bruch ist ein Aufbruch. Und nach Spa ist wieder vor Spa.

Die Werkstätten haben in der Zwischenzeit alle Hände voll zu tun, sündig teure Ersatzteile für die zerstörten Boliden irgendwo auf der Welt aufzufinden oder selber aufwändigst herzustellen. Ein überwiegender Anteil der Teams kommt übrigens aus Great Britain und die Inselbewohner lassen sich offensichtlich die Stimmung von ein wenig Brexit nicht trüben. Sie sind und bleiben rennbegeistert. Noch autonarrischer und rennbegeisterter, so scheint es, als wir Österreicher, die ja das Rennfahren im Grunde erfunden haben.

Wie das Auto insgesamt. Und die Demokratie und das Wählen. Genau das Wählen. Auch.

Und jetzt gibt es zudem einen weithin unbekannten Zeitgenossen aus diesem Land, der das Riesen-Rätsel rund um die seltsam düster-dynamische Stimmung in den frühen Rennfahrerfilmen gelöst hat.

Zapperlott.

Und die Braut sitzt immer noch im Cafe Sissi

Vom Restaurieren und Destilieren.

Warum eigentlich immer auf der gleichen Spur des Lebens? Der Alpenglüher findet auf seinen Expeditionen Brezelkäfer, Barndoor-Bullies, Ovalis, ja vielleicht noch einen Porsche 356, aber dann ist schon Schluß mit Vielfalt. Buntheit.

Das wird wohl an der frühkindlichen Prägung des Fotografen, des selbsternannten Autors von diesen Stories liegen, die häufig den gleichen Wirkmechanismus zeigen:

Der Leser, die geneigte Leserin, beendet die Lektüre, anschließend bricht dieses wortgewaltige Schweigen aus. Sind die Stories so umwerfend, so freundschaftszerstörend, so endgültig, dass es danach nichts, so absolut nichts mehr zu bereden gibt? Keiner weiß es, am allerwenigsten der Autor selbst….

Er kann nur weiterhin rätseln.

Anyway, wir versuchen es erneut, die letzten Follower hier zu vertreiben.

Also, es war eine Woche des Findens. Obwohl nichts gesucht wurde. Schon gar keine Bilder-Geschichte für Alpenglühn. Betrachtet wurde ein Golf II, darüber sei der Mantel des Schweigens gebreitet, dann so quasi im Vorbeifahren angesichts des Traunsteins, wurde eine Autofamilie gefunden…

Alle wieder mit diesem ferdinandschen Kainsmal, Motor im Heck, Leistung bisweilen vorhanden, aber sicher nicht unbedingt zu viel davon. Beschränken wir uns lieber, bevor es zu langatmig wird.

Bleiben wir beim Barndoor Bulli, einem Transporter aus Fürstenfeld.

Barndoor: für die vielen Neuleser (ja Mann hofft immer wieder….) ein VW Bus von Anfang bis Mitte der 50er mit hoher Motorklappe. Das Scheunentor eben. Selten und begehrt von den offenbar immer mehr werdenden Bulli-Liebhabern und -habererinnen.

Daß der Autor dieser Zeilen damit seine ersten Ausfahrten unternommen hat, tut natürlich überhaupt nichts zur Sache.

NEIN.

Oder bestenfalls vielleicht geringfügig. Ja, das war in Löffelbach, nur eine Autohalbestunde von Fürstenfeld entfernt, wo jenes „Barndoor“ herstammt, das Erwin jetzt nahezu unter dem Traunstein beherbergt.

Seine Gattin, also Erwins Gattin, ist ja einiges gewohnt, sie teilt sogar seine Autoleidenschaft. Als er jedoch mit dem Bulli aus Fürstenfeld heimkehrte, ja ihn fast nahezu wirklich heimkehrte…. da war sie durchaus fast ein wenig erstaunt. Nahezu…

Auflösung: Die heiligen Fragmente passten nahezu in eine Kiste, wohl in eine etwas größere, aber von Fahrzeug ist hier nicht mehr so wirklich zu sprechen.

Das muss wohl Leidenschaft sein.

In der Kiste steckt jedoch die Geschichte jenes Automobils, das ziemlich neu Mitte der 50er Jahre vom Besitzer unabsichtlich in einen Wald gesteuert wurde. Trauriger Hintergrund: Der Lenker hatte einen Herzinfakt erlitten, wurde erst am nächsten Morgen gefunden. Zu spät. Und das Wrack, ja das Wrack, blieb rund 55 Jahre an jener Stelle zurück. Als Gedenkstein, Gedenkstätte, später Pilgerstätte für Menschen, die noch den einen oder anderen Bulli-Ersatzteil davon zu verwenden wußten.

Szenenwechsel zu einem sehr lebendigen Projekt irgendwo im Salzburger Land: Hier schlummert ein Porsche 356 A seit mehreren Jahrzehnten auf einer Hebebühne vor sich hin, den Franz sein eigen nennt.

Gefahren hat Franz ihn zuletzt, als er noch keinen Führerschein besaß, inzwischen spricht Franz immer öfter von der Pension. Und in dieser Pension will er den 356er, der unter einer dicken Staubschicht in Gulf-Blau schimmert, wieder vom derzeitigen lupenreinen Zustand Fünfkommafünf (das ist noch geschmeichelt) in fahrbereiten Zustand zurück versetzen.

Aber was ist sonst noch dran, außer Staub und Rost an diesem 356er aus dem Baujahr 1957: Es ist die Geschichte, besser sind’s die Gschichtln rundherum, die im Sinne der heute gehypten Oral-History den Zugang zur Motorisierung der Jugend im Salzburger Land schildert.

Statt Salzburg könnte man jetzt hier problemlos Oberösterreich oder Steiermark einsetzen…

Aber bleiben wir beim sehr anschaulichen Beispiel.

Warum, wieso steht ein Porsche seit Mitte der 70er herum? Existiert überhaupt noch, was hat es damit auf sich? Den Autor, man merkt es schon, reizt die Historie, besser eben, reizen die Gschichterln rund um das Gefährt.

„Du derfst nicht auf die Gschicht mit den Liegesitzen vergessen“, sagt einer der Garagenbewohner zu Franz.

Keineswegs.

Nach längerem Umweg, so nach zwei, drei Minuten, sind wir dort: Also, der 356 war seinerzeit ein sehr unattraktives Auto. Er machte die Burschen am Land nicht wirklich schneller. Kein Mädel sah sich nach einem Burschen um, der mit einem knapp 20 Jahre alten Porsche durch die Gegend fuhr.

Der Schlüssel zum Glück (bei den Damen der Siebziger) war vielmehr ein schnellergemachter VW Käfer. Tja die Zeiten ändern sich halt….

Also diente der 356er als Teilespender, wurde ausgeboandlt: Der Motor kam in Franzens 67er Käfer. Die PorschePS machten das Auto schnell, sehr schnell, wie die erste Probefahrt der Mechanikerrunde bewies.

Der Besitzer wartete am elterlichen Hof lange, sehr lange auf die Wiederkehr der erfolgreichen Zangler. „Die werden doch nicht eingekehrt sein, so ohne mich“, spekulierte er. In den vielen Stunden, die er wartend auf den schnellen Käfer verbracht hatte.

Die Freunde kehrten irgendwann zurück von der ersten Ausfahrt mit dem porschegetunten Käfer. Allerdings hatten sie einige Mühe gehabt, das Gefährt aus einer Umarmungssituation zu befreien.

Wie nicht anders zu erwarten war: Es war ein Baum, der „umarmt“ worden war. Franz, der Eigner und gelernte Karosseriespengler war daraufhin gefordert, um daraus wieder ein Schmuckstück zu machen, mit dem Mann Frauen beeindrucken hätte können.

Hätte: Denn, da gibt es noch eine Erzählung, die mit dem Erwachen der Motorisierung und sonstiger Kräfte zu tun haben könnte.

Eventuell.

Sonntag Nachmittag, ein Rendezvous im Cafe Sissi war eingefädelt. Franz fesch hergerichtet, das Auto schnell. Achja, mit einem (!) Liegesitz aus dem Porsche ausgestattet, der zweite war übrigens im Käfer seines Bruders eingebaut. Also alles gerecht aufgeteilt. Was sollte noch schiefgehen an diesem Sonntagnachmittag im Salzburgerland?

Ein gerissenes Gasseil torpedierte das mögliche Gschpusi. Franz, ein Mann der Tat, legte sich unters Auto, um den Defekt zu beheben. Beim Versuch, das Gasseil einzuhängen, riss er die Benzinleitung auseinander. Hemd, Sonntagsanzug, Franz insgesamt war in Benzin getränkt. Vom ursprünglich deutlich zu vernehmenden Pitralon-Duft war nicht mehr viel zu erschnuppern. Und die Chancen auf ein erfolgreiches Anbandeln im Cafe Sissi näherten sich gegen Null. Mit unfassbarem Einsatz und Slapstick-Einlagen gelang es Franz doch noch, das bockende Auto (…es gab nur Vollgas oder nix…) durch kurviges Gelände nach Hause zu retten.

Auf einen verständlichen, lesefreundlichen Nenner gebracht: Viel sportlicher Einsatz, schließlich ein kapitaler Motorschaden, jedoch keine Anbandelung mit jener hübschen Maid, die womöglich heute noch im Cafe Sissi auf den schnellen Franz wartet.

Wir hingegen, wir warten jetzt auf die Stories, die uns Franz bald über die Restaurierung seines „ausgeboandlten“ 356ers erzählen kann.

Alpenglühn bleibt an der Geschichte dran, ganz eigennützig: Schließlich gibt es in der Salzburger Zangler-Werkstätte kühles Bier und Friedl, der mit der Dackelohrenmütze auf den Fotos schaut auch öfter vorbei.

Der Friedl, ein Original, restauriert nix, er destilliert: Feinsten Willy, Obstler, Marillenschnaps.

Eine eigene Geschichte. Alpenglühn anders…

Politik und Medien. Zeitgeschehen. Fundstücke I Vermischtes I Verwirrendes. Auch von der Flaniermeile. Hier ist also mit Allem zu rechen.